Hallo mein großer Julian-Schatz, Hallo mein lieber Oli-Spatz,

ich habe mich im März 2010 dazu entschlossen Euch mit dieser Internetseite eine Möglichkeit zur Kontaktaufnahme und Teilhabe an meinem Leben zu bieten.

Ich möchte Euch auf den folgenden Seiten zeigen, wie sehr Ihr jeden einzelnen Tag in mein Leben eingebunden seid. Bitte kommt nie auf die Idee, daß ich nichts mehr von Euch wissen möchte oder ich den Kontakt zu Euch abgebrochen hätte. Wenn viel Zeit vergangen ist, bis Ihr diese Internetseite gefunden habt, dann habt Ihr vielleicht vergessen, wie schön das Leben für uns war. Aus diesem Grund habe ich Euch aufgeschrieben, wie es zur Trennung von Floriana und mir kam - auch zur Tatsache, daß ich Euch so lange nicht mehr sehen und hören konnte. Selbst wenn Ihr die Inhalte erst Jahre später lest, wird Euch bewußt, wie nahe Ihr mir immer seid.

Ihr habt bis zum Kontaktabbruch durch Floriana oft Fragen an mich gestellt, die ich nur sehr vage beantwortet oder das Thema gewechselt habe, um Floriana nicht zu belasten. Ich habe Euch aus Anstand und Pflichtbewußtsein Antworten gegeben, die vernünftig waren, aber natürlich nicht dem entsprachen, was ich Euch gerne geantwortet hätte. Auf dieser Seite findet Ihr die Antworten, die ich Euch gerne gegeben hätte. Ich habe so viele schöne Erinnerungen an Euch, auch die habe ich (bald) auf dieser Seite niedergeschrieben.

Zu den irrsinnigsten Eigenheiten des Lebens zählt wohl die Tatsache, daß ich Euch immer gesagt und vorgelebt habe, wie wichtig die Ehrlichkeit, die Rücksicht, Hilfsbereitschaft, Großzügigkeit und Offenheit sind. Ich selbst habe seit meiner Schulzeit danach gelebt. Daß genau diese Verhaltensweisen dazu geführt haben, daß wir uns nicht mehr sehen konnten, war und ist auch für mich kaum zu verarbeiten. Ich habe inzwischen gelernt damit umzugehen und habe dabei gute und professionelle Hilfe bekommen. Ich habe mein Verhalten in einigen Punkten angepaßt und stehe wieder hinter den guten Werten, die mich mein Leben lang gut begleitet und stolz gemacht haben. Sie haben mich zu der Art von Mensch gemacht, den Ihr so sehr geliebt habt - und den auch die Nachbarkinder und deren Eltern so gerne hatten. Wißt Ihr noch, wie stolz Ihr auf mich wart, wenn wir zusammen mit den Kindern aus der Nachbarschaft im Garten gespielt haben oder zusammen in die Felder auf Entdeckungstour raus gegangen sind? Diese Werte zeichnen mich als Mensch aus, selbst dann, wenn alles Materielle verloren ist und die wichtigsten Sozialkontakte in Form von Euch blockiert sind. Auch diese Werte habe ich Euch (bald) auf dieser Seite aufgeführt - vielleicht erinnert Ihr Euch noch daran.

Wißt Ihr noch, daß ich, wenn Ihr bockig gewesen seid, gerne aus meiner Kindheit berichtet habe? Daß ich kein so liebes Kind wie Ihr gewesen bin? Ich war ja doch ein echter kleiner Satansbraten. Ich habe Euch wohl alle Schandtaten erzählt, die ich im Laufe meiner Kindheit so verbockt habe. Sie sollten für Euch keine Anregung sein, das selbe zu tun. Vielmehr solltet Ihr von meinen schlechten Erfahrungen profitieren und es gar nicht erst ausprobieren. Aber das hattet Ihr ganz gut verstanden. Wißt Ihr noch, daß ich Euch nie angeschrienen habe, natürlich nie geschlagen habe und nie grob zu Euch war, geschweige denn weh getan habe? Ich selbst habe die Gewalt von Floriana gegenüber Euch nur schwer ertragen können und habe dagegen getan, was ich konnte. Sowohl in der Zeit, als ich noch zuhause gewohnt habe - als auch danach. Ich hoffe, daß Ihr Euch auch daran noch erinnern könnt. Ihr beiden und ich haben unsere Meinungsverschiedenheiten mit meinen Lausbubengeschichten, spielerischen Kraftproben und viel Liebe ganz gut ohne Gewalt in Form von Schreiereien oder Grobheiten geschafft. Ich war dabei manchmal ganz schön frech und habe Euch bei Wutanfällen gesagt, wie lieb Ihr gerade seid oder habe gelacht, wenn wir unsere Kraftspielchen gemacht haben. Besonders Du Julian hast dann ganz entsetzt geagiert und gesagt: "ich will aber nicht lieb sein!". Im Grunde habe ich Euch in diesen Situationen gezeigt, daß ich die momentane Wut und Aussagen nicht ernst nehme - und das hat Euch dann ganz schön geärgert. Ich habe alles dafür getan der beste Vater zu sein, so wie ich ihn mir als Kind gewünscht habe. Weil Ihr meine Lausbubengeschichten so gerne gehört habt und mich immer wieder nach neuen Geschichten gelöchert habt, habe ich Euch die ebenfalls auf dieser Seite aufgeschrieben.

Falls Ihr Probleme zuhause, in der Schule oder mit Freunden habt, bei denen Ihr glaubt, selbst keine Lösung finden zu können, dann meldet Euch bitte bei mir. Ich werde mich wie in der Vergangenheit für Euch einsetzen und eine bessere Lösung suchen. Dafür gibt es natürlich keine Garantie, das haben wir ja am eigenen Leib schmerzvoll erfahren. Aber ich werde nichts unversucht lassen. Wenn Euch unsere zwangsweise Trennung durch Floriana ebenso schmerzt wie mich, dann geht bitte zu Eurem Lehrer oder Eurer Lehrerin oder zu einer anderen Vertrauensperson wie einem Trainer oder den Eltern Eurer Feunde. Zeigt Ihnen diese Internetseite und die Beschreibung was uns passiert ist. Oder geht zur Polizei. Laßt Euch von diesen Vertrauenspersonen fragen, ob das, was ich über unsere Erfahrungen geschrieben habe, wahr ist. Bleibt selbst immer bei der Wahrheit, auch wenn Euch von Floriana gedroht wurde oder Ihr mit Floriana Mitleid habt, daß Sie für Ihre Gewalt bestraft werden könnte - ich glaube noch immer, daß Ehrlichkeit letztendlich am längsten währt. Die Tatsache, daß Floriana den Kontakt zwischen Euch und mir verhindert, läßt auch mich nicht ruhen. Julian, weil ich bei Deiner Kommunion in der Kirche anwesend war und Dich die Wochen zuvor auf dem Weg von der Schule zum Hort begleitet habe, hat Floriana bei Gericht beantragt, daß ich 25.000 Euro zahlen muß oder ersatzweise für 6 Monate ins Gefängsnis gehen muß, wenn ich Euch weiter versuche zu sehen. Ich würde weder Dir noch Oli und mir einen Gefallen tun, wenn ich das tun würde. Deshalb kann ich momentan keinen Kontakt mit Euch aufnehmen. Ich versuche nach wie vor mit allen legalen Mitteln, daß diese Gewalt und der damit verbundene Schmerz ein Ende findet. Leider dauert das unendlich lange - ich hoffe nicht zu lange.

Ich denke nicht nur täglich an Euch, sondern habe mir ein neues Leben aufgebaut, in das Ihr jederzeit fest eingeplant seid. Ich habe jetzt eine liebe Frau gefunden - und wir haben zusammen Leo bekommen. Leo ist Euer Halbbruder und muß bis zu dem Zeitpunkt, an dem Ihr wieder bei mir seid die Liebe zu 3 Kindern verkraften ... armer Kerl ;-). Wir führen ein sehr friedliches Leben und sind  viel draußen in der Natur, in den Bergen, auf den Flüssen oder am See. Ich habe vor einigen Tagen gehört, daß Floriana Euch gesagt hat, ich hätte keine Zeit für Euch. Bitte glaubt diesen Schmarrn nicht, sie versucht nur das zu vertuschen, was sie angerichtet hat - es fliegt auf, sobald Ihr das schwarz auf weiß bei mir lesen könnt. Ihr seid mir jederzeit willkommen, egal ob nur telefonisch, wir uns einfach so sehen, Ihr zu uns kommt - oder auch ganz zu uns ziehen wollt. Ich habe Euch das oft geschrieben - aber die Briefe habt Ihr wahrscheinlich nie bekommen. Julian, Du hast jetzt mit Erreichen des 12. Lebensjahres die Chance dazu - nutze die Chance, wenn Du willst. Von mir aus wird es nie eine Blockade des Kontakts zur Mutter oder anderen Freunden und Verwandten geben! Das wichtigste aber ist mir vorerst: ich möchte Euch möglichst viele Wege zur Kontaktaufnahme und Hilfe bieten.

Ich würde mich unendlich freuen, wieder etwas von Euch zu hören oder Euch wieder zu sehen.

In Liebe - Euer Papa

Nachtrag:

Im Oktober 2013 ist Luna auf die Welt gekommen. Ihr habt jetzt also auch noch ein kleines Halbschwesterchen. Mitte Juni 2014 sind wir von München aufs Land gezogen. Mit 2 Kindern war eine Wohnung, in der Luna nicht mehr in der Küche schlafen muß einfach zu teuer. Und ich habe lange auf einen Kontakt von Euch gewartet und dann die Hoffnung auf ein baldiges Wiedersehen mit Euch verloren. Hier auf dem Land haben die beiden Kleinen einfach die Möglichkeiten sich zu entwickeln, wie Ihr es früher in Dachau hattet. Auch hier wohnen wir jetzt wieder auf einem Bauernhofgelände, die Felder und vor allem Wiesen fangen gleich hinter dem Gartenzaun an. Wir haben bei der Auswahl auch darauf geachtet, daß nicht nur Leo und Luna ein eigenes Zimmer haben, sondern auch Ihr beiden. Aktuell haben wir diese Zimmer als Gästezimmer und Büro eingerichtet - sind aber kurzfristig in Eure Zimmer umzuwandeln. Das Haus ist leider weit von München entfernt, liegt im Allgäu 150 km von München entfernt. Leo und Luna sehen Ihre Oma Gabi regelmäßig, die immer noch in Dachau wohnt. Auch bei Euch werde ich im Fall, dass Ihr hier aufwachsen möchtet alle gewünschten Kontakte unterstützen und auf keinen Fall blockieren. Ich bin mir sicher, dass wir uns nach so vielen Jahren erst wieder kennenlernen müssen. Wir haben uns alle weiterentwickelt und damit auch verändert. In meinen Erinnerungen seid Ihr immer noch kleine Kinder - das wird nicht mehr so sein. Ich bin mir noch nicht einmal sicher, ob ich Euch erkennen würde, weil Ihr Euch von Kleinkindern zu Jugendlichen entwickelt habt.

(Stand Juni2014)